Zu Weihnachten erzähle ich immer wieder gern die amüsante Geschichte von meinem afrikanischen Freund Berhanu den ich einmal in Hannover kennen gelernt habe.

Ich war damals noch Kochlehrling und wir hatten diese stressigen Arbeitstage zu Weihnacht grade hinter uns gebracht, es ging auf drei Heilige Könige zu. Da traf ich meinen Freund Berhanu, den ich eigentlich als ernsten Menschen kennen gelernt habe , Freude strahlend und überschwänglich in der Innenstadt von Hannover. Er war voll gepackt mit Tüten und Päckchen als ob Weihnachten noch gar nicht gewesen wäre.
Erst dachte ich vielleicht sind das alles Retouren die nun mühsam umgetauscht werden mussten. Aber, die Freude die der Mann ausstrahlte passte nicht ins Bild.
Neugierig geworden lud ich meinen Freund kurzer Hand in die nächstgelegene Kaffeestube ins Mövenpick am Raschplatz auf ein Heißgetränk ein, um mehr über seinen seltsamen Zustand zu erfahren.
Nach dem wir nun Kaffee, Kuchen und Eiscreme geordert hatten und wie es bei den mir bekannten Afrikanern üblich ist, alle Gesundheitszustände und Befindlichkeiten der nahen und entfernteren Verwandten und Bekannten ausgiebig erörtert hatten, würde das Geheimnis mit den Paketen endlich gelüftet.

Es ist nämlich so, erklärt mit mein Freund. Er komme ja aus Äthiopien, was ich natürlich schon wusste! Aber sagt er, was ich wohl nicht wisse ist, dass ein großer Teil der Bevölkerung in Äthiopiens, im Gegensatz zu Europa, orthodoxen Glaubens ist. Was neben einigem Anderen auch zur Folge hat das Weihnachten dort erst am 6. Januar also an unserem drei heilige Könige gefeiert wird.
Wenn gleich Berhanu bereits seit vielen Jahren in Deutschland wohnt und arbeitet hält er und seine Familie gerne an dieser Tradition fest. Ist die ganze schöne Festlichkeit doch um diese Jahreszeit in Deutschland um ein vielfaches Preiswerter als noch einen Monat zuvor. Viele Geschäfte habe einen großen Teil Ihres Warenangebotes bereits reduziert und die Süßigkeiten gibt es nun zum halbe Preis. Auch die Beschaffung des Weihnachtsbaumes ist äußerst billig. Vielfach steht der begehrte Baum sogar noch mit Lametta geschmückt verlassen an der Straßenecke und wartet scheinbar nur auf seinen neuen Auftritt.
Ja, die Welt ist groß und birgt so mansche Überraschung für uns. So habe ich gelernt das Leben muss nicht teuer sein wenn man antizyklisch handelt.

Liebe Gäste, ich möchte Ihnen an dieser Stelle ein schönes und fröhliches Weihnachtsfest wünschen. Alle denen die sich zu unserem romantischen Sylvesterdinner entschlossen haben sage ich es später persönlich, den Anderen wünsche ich von hier aus einen guten Rutsch ins neue Jahr, beleibt Gesund und munter.
Harry Knieps